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Melanie Schirdewahn

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29. August 2016

Perlen der Landstraße

windpark_2

Ess Tee Ah Uhhh – wir stehen im STAU!!! Auf der Autobahn nach Dänemark gibt es gefühlt alle zwei Kilometer eine Baustelle, und dementsprechend folgt ein Stau auf den anderen. Wir sind in Schwerin gestartet und haben eigentlich nur 400 Kilometer vor uns, werden dafür aber am Ende ZEHN Stunden brauchen.

 

Wir verlassen uns auf die freundliche Frauenstimme des Navis, doch bisher hat uns das nicht viel Zeitersparnis gebracht. Plötzlich, unweit der dänischen Grenze, gebietet uns das Navi in säuselndem Singsang, die Autobahn zu verlassen, um uns anschließend über Landstraßen, Dörfer und durch Felder und Wälder über die grüne Grenze zu führen. Fast wird mir ein wenig schwindelig, denn ständig geht es nach links, dann wieder nach rechts, dann wieder nach rechts und dann nach links.

 

Wir sind verunsichert. Was macht die Lady mit uns? Warum führt sie uns nicht auf die Autobahn zurück? Warum machen wir einen riesigen Bogen um unseren Zielort, um diesen dann nicht von Süden, sondern von Norden aus zu erreichen? Sollen wir ihren Anweisungen folgen oder lieber zur Autobahn zurückkehren?

 

Nach kurzer Überlegung beschließen wir, der Unbekannten mit der bezaubernden Stimme zu vertrauen. Sicherlich verfolgt sie mit all dem einen großen, übergeordneten Plan, den wir nicht verstehen. Und was bleibt uns auch übrig in diesem Niemandsland, in dem wir ohne die Dame vollkommen verloren wären? Immerhin scheint die Sonne. Also, Madame, in welchen Feldweg müssen wir als Nächstes einbiegen?

 

Unvermittelt trittst du auf die Bremse. Was ist los? Müssen wir nun doch umkehren? Nein, du hast ein hübsches Fotomotiv entdeckt, das sofort abgelichtet werden muss. Ich bin sehr dankbar für die Unterbrechung und für ein wenig frische Luft im miefigen Wagen.

daenische_kirche2

Proviant haben wir noch genug an Bord. Wer weiß, vielleicht stranden wir in der dänischen Pampa und müssen hier übernachten? Hauptsache, der Wagen bleibt nicht liegen, denn bis uns hier jemand findet, haben wir uns wahrscheinlich schon in staubige Skelette verwandelt. Positiv denken und die schöne Aussicht genießen! Auf der Autobahn hätten wir all dies nicht gesehen! Kein Stop-and-go, sondern Stop-and-look!

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Und es ist wirklich grandios, was wir auf unserer Fahrt alles zu sehen bekommen: die unverwechselbare Skyline von Ribe mit Dom (älteste Stadt Dänemarks), Windräder im Gegenlicht, goldgelbe Weizenfelder und die typisch dänischen weißen Kirchen.

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Für einen zusätzlichen Kick ist auch gesorgt, denn in vielen Ortschaften sind lustige kleine Bodenwellen eingebaut, die den Magen zum Hüpfen bringen. Huiiii!

 

In der Dämmerung erreichen wir endlich, auf vielen verschlungenen, menschenleeren Pfaden, unseren Bestimmungsort, und unser Road-Abenteuer nimmt ein Ende. Noch immer wissen wir nicht, ob wir die Lady preisen oder verdammen sollen. Ob sie einem höheren Plan gefolgt ist oder uns an der Nase herumgeführt hat. Und sie wird dieses Geheimnis auch weiterhin sorgfältig hüten. Navis können sehr verschwiegen sein, und für eine harmonische Beziehung ist absolutes Vertrauen zwingend notwendig.

kornfeld

 

Fotos: Thomas Röttgen

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  • 30.08.2016, 00:32 Uhr

    Tjaaa, liebe Melanie, mir fällt kein origineller oder witziger Kommentar zu deiner lustig, leichtfüssig verfassten Erzählung ein. Also sage ich nur, dass es Spaß macht deine Schilderungen zu lesen. Ja, auch ich glaube, den Anweisungen der „Navi-Damen“ muss man bedingungslos und vertrauensvoll folgen, ansonsten bringt’s nichts. Wäre nichts für mich. Da verlasse ich mich lieber aufs Kartenlesen (also ich meine jetzt die Straßenkarten, nicht etwa mir von Spielkarten die beste Route vorhersagen zu lassen). Wie gut, dass ihr genügend Proviant dabei hattet und keine plärrenden Kinder oder kläffenden Hunde als Mitreisende.
    Ich bin gespannt auf deine nächste Erzählung.
    Moni

    • 30.08.2016, 08:29 Uhr

      Liebe Moni, jetzt ist dir doch ein lustiger Kommentar gelungen, hehe. Mange tak 😀

  • 30.08.2016, 10:13 Uhr

    Su enem eschte kölsche Mädsche wie mir, demm fällt et natürlisch leisch, immer enne flotte Spruch parat zo han.

    • 30.08.2016, 10:15 Uhr

      😀 😀 😀

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