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Melanie Schirdewahn

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6. September 2016

Loch im Stein

butter_rock

Bournemouth im Süden Englands ist ein quirliges Seebad an der Küste von Dorset mit riesigem Sandstrand. Dort sind wir in einem wunderschönen B&B untergebracht, das von einem sympathischen Ehepaar betrieben wird. Morgens gibt es netten Smalltalk im gemütlichen Speiseraum, leider wird dort aber ein „Full English Breakfast“ serviert, das sämtliche Vorurteile, die man hinsichtlich der englischen Küche so haben kann, bestätigt. Trauriger Höhepunkt sind „fried tomatoes“ in Form von aufgewärmten geschälten Tomaten aus der Dose … Egal, es macht satt, die Sonne lacht und deshalb machen wir heute einen Ausflug an die Jurassic Coast mit ihren beeindruckenden Felsformationen aus Sand- und Kalkstein.

Blick auf Lulworth Cove

Genauer gesagt einen Ausflug zur sagenumwobenen Felsenbrücke Durdle Door unweit der Bucht von Lulworth Cove. Dorthin zu gelangen ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln ein bisschen umständlich, aber machbar. Zuerst geht es mit dem Bus nach Poole, dann mit dem Zug nach Wool und schließlich mit einem Taxi, das wir uns mit zwei chinesischen Touristen teilen, nach Lool, nein, hehe, zum hübschen Dörfchen Lulworth Cove mit seiner muschelförmigen Bucht.

coast_path coast_path_2

Der Coast Path führt uns zunächst einmal einen Hügel hinauf, von dem aus man eine tolle Aussicht auf die beeindruckende Steilküste mit den berühmten Kreidefelsen hat. Doch wo ist das Durdle Door? Ich muss mich noch etwas gedulden, denn erst einmal passieren wir die herzförmige Bucht von Man O’ War. Ich kann mich an dem klaren Wasser, das in sämtlichen Blau- und Türkistönen schimmert und einen wunderschönen Kontrast zu den weißen Kreidefelsen bildet, gar nicht sattsehen.

man_o_war

An der rechten Seite der Bucht erhebt sich ein großer Felsen. Er wirkt wie ein langhalsiger Dinosaurier, der seinen Kopf ins kühle Nass der danebenliegenden Bucht getaucht hat. Und genau dieser gebogene Hals des Dinosauriers ist das Durdle Door! Hurra, wir sind da!

Über eine steile Treppe geht es hinab zum Strand und näher an das riesige Loch im Stein heran. Bei jedem Schritt knirschen die feinen, glatt geschliffenen Kiesel unter den Schuhen, und bei jeder Welle, die an Land schwappt, geben eben diese Kiesel dieses unverwechselbare schäumende Geräusch von sich. Ich bin begeistert!

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Wir spazieren den Strand entlang bis zum Ende der Bucht – zum Bat’s Head – wo noch ein „Durdle Door“ im Kleinformat und eine unheimliche Höhle namens Bat’s Cave auf uns warten. Nachdem wir sie inspiziert und keine Fledermäuse gefunden haben, legen wir uns an den Strand und genießen die Meeresluft, die leichte Brise und den Blick auf die im wahrsten Sinne des Wortes blendend weißen Klippen.

Da klingelt das Handy. Die chinesischen Touristen, mit denen wir uns das Taxi geteilt hatten und auch auf der Rückfahrt wieder teilen möchten, drängen zum Aufbruch. Schweren Herzens nehmen wir Abschied und machen uns auf den Rückweg. Aber eines ist sicher: Wir kommen wieder!

 

Erst auf dem Rückweg sehen wir das gelbe Schild: ein Mensch, der von einer Klippe stürzt. Am Kreidefelsen in der Man O’ War Cove hat es nämlich am 30. April 2013 einen großen Erdrutsch gegeben, bei dem ein Teil des damaligen Küstenpfads in die Tiefe gerissen wurde (glücklicherweise kam dabei kein Mensch zu Schaden). Aber für die Aussicht auf das großartige Durdle Door würden wir unser Leben immer wieder aufs Spiel setzen.

 

 

 

Fotos: Thomas Röttgen, Melanie Schirdewahn

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  • 08.09.2016, 08:04 Uhr

    Deine Reisebeschreibung hat selbst eine eingefleischte Hausmaus wie mich verlockt, die Koffer zu packen und dorthin zu fahren. Wenn ich mir vorstelle, dass dort jetzt die Sonne scheint und das Meer bestrahlt, so dass es in diesen herrlichen Farben leuchtet.
    So – jetzt werde ich deine Beschreibung noch einmal lesen, mir die wunderschönen Bilder anschauen, dann schließe ich meine Augen und überlasse mich meiner Vorstellungskraft.

    • 08.09.2016, 11:58 Uhr

      Ja, ich würde auch am liebsten gleich wieder los …

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